Resilienz – „Unsere innere Stärke“

Was ist Resilienz und warum ist sie für uns gerade in Krisenzeiten so wichtig?

Der Begriff „Resilienz“, steht für die psychische Widerstandskraft des Menschen.

Wir treffen zurzeit alle auf viele Auslöser, die Resilienz erfordern.
Schwierige Elterngespräche, Personalmangel, Job und Privatleben unter einen Hut zu bekommen und allen Anforderungen gerecht werden wollen, sind nur einige der zahlreichen Auslöser. Auch kleine Auslöser begegnen uns in vielen alltäglichen Situationen. Diese können wir häufig meistern, ohne großartig darüber nachzudenken. Dies verdanken wir in solchen Momenten unseren Ressourcen, wie zum Beispiel unserem Selbstwertgefühl oder unserem positiven Blick auf die Welt.
Jedoch kann es für unsere Psyche gefährlich werden, wenn sich dauerhafter belastender Stress in unseren Alltag schleicht. Zu Anfang bemerken wir es häufig nicht… die Auswirkungen dieser Stress – Spirale. Können wir auch nicht, da wir die ganze Zeit versuchen, uns kontinuierlich Herausforderungen zu stellen.
Eine dauerhafte Belastung, kann jedoch zu körperlichen und auch psychischen Beschwerden führen. Daher ist es von großer Wichtigkeit genug Erholungsphasen in die derzeit stressige Zeit einzubauen, damit unsere Resilienz stabil bleiben kann.

Was kannst du tun, damit deine „innere Stärke“ stabil bleibt?

Tue so oft es geht etwas Gutes für dich:

  1. Verbringe Zeit mit den Menschen, die dich unterstützen und dir guttun.
  2. Gehe deinen Hobbys nach. Man kann nicht mehr und besser bei etwas Kraft tanken, als wenn man etwas tun kann, das man liebt.
  3. Bleib positiv!

Sehe ein Problem nicht als große Hürde, sondern als Chance oder Herausforderung an! Um eine Herausforderung zu meistern ist es wichtig, sich nicht die ganze Zeit auf die Thematik zu fixieren! Lenke dich zwischendurch mit etwas Schönem ab. Das macht den Kopf frei, die Gedanken fahren nicht fest und die Lösungsansätze kommen von ganz allein.

4. Vergleiche dich nicht mit Anderen!

Oft wünschen wir uns in einigen Situationen so zu sein, wie die Mutter oder die Schwester, der Vater oder der Bruder oder so toll durch eine Herausforderung gehen zu können, wie eine Kollegin. Hier ist STOP geboten!

Jeder Mensch reagiert unterschiedlich resilient auf verschiedene Situationen. Und das ist OK! Vergleiche mindern auf Dauer unseren Selbstwert und verwirren!

Was brauchen wir für eine stabile „innere Stärke“?

Die „7 Säulen der Resilienz“ im Folgenden erklärt:

                                                                                                                                                                                       
 1. Selbstbewusstsein:   Zu Anfang ist es das Wichtigste an sich selbst zu glauben und
                                              keine Zweifel am eigenen Tun zu haben. Taucht ein Problem,
                                              pardon eine Herausforderung auf, nimm sie dankend an.

2. Kontaktfreude:            Umgib dich mit positiven Menschen. Menschen, die dir
                                              Mut zusprechen und an dich glauben.

3. Gefühlsstabilität:        Versuche zu trainieren, deine Gefühle zu analysieren und
                                              welches Gefühl wie viel von deiner Aufmerksamkeit verdient hat.
                                              Da man sich selbstverständlich und automatisch lieber positiven
                                              Gefühlen widmet, wirst du lernen, Stress in Heraus-
                                              forderungen umzuwandeln.

4. Optimismus:                 Geschieht dir ein Misserfolg, gib nicht auf, sondern
                                              blicke zuversichtlich in die Zukunft. Freue dich darauf,
                                              wenn du einen zweiten Versuch starten kannst.
                                              Dieses Mal gehst du in den Versuch mit Erfahrung.

5. Handlungskontrolle:  Reagiere nie impulsiv, sondern behalte einen kühlen
                                               Kopf! Bist du verärgert, frage dich zuerst, ob und wenn ja,
                                              was es für einen Nutzen hat, wenn du deiner Wut freien Lauf
                                              lässt. Versuche dein Gefühl von der Situation durch den
                                              Blick auf die Sachlichkeit zu trennen.

6. Realismus:                    Beschäftige dich auch mit langfristigen Gedanken und
                                              realistischen Ideen für die Zukunft.

7. Analysestärke:            Verlasse eingefahrene Wege. Gerade, wenn es heißt:
                                             „Das war schon immer so!“
                                             Mach es doch mal anders!

Wie können wir die Kinder dabei unterstützen ihre „innere Stärke“ zu entdecken und zu trainieren?

Resilienz ist nicht von Geburt an einfach da. Genauso, wie sich der Mensch entwickelt, entwickelt sich mit ihm auch die psychische Widerstandsfähigkeit.

Wir können jedes Kind bei der Entwicklung begleiten, indem wir:

  • ihnen eine positive Bezugsperson sind
  • ihnen nicht zu viele Tätigkeiten abnehmen und in herausfordernden Situationen nicht sofort die fertige Lösung präsentieren
  • ihnen Sicherheit geben
  • ihnen Zuverlässigkeit signalisieren
  • ihnen bei einem Misserfolg beistehen und ihnen dabei behilflich sein einen weiteren Versuch zu starten

Fazit:  Gerade in der momentanen Krisenzeit, ist unsere „innere Stärke“ für uns
             wichtiger denn je. Wir müssen uns jeden Tag aufs Neue darüber bewusst sein,
             dass wir große Vorbilder für die Kinder sind.
             Wenn wir uns auch mal Zeit nehmen, etwas Gutes für uns zu tun, tun wir
             auch etwas Gutes für die Kinder. Denn wenn starke Erwachsene
             mit den Kindern den Tag durchleben, dann können auch die Kinder ihre
             „innere Stärke“ entwickeln und trainieren, um die Welt selbstsicher entdecken
             zu können.

                                                                                                                                             Svenja Gleffe                    

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